Geschichte der Mohr-Villa

Mohr-Villa 2022: "Kultur für Respekt" Auszeichnung
2022

Kultur für Respekt 2022

Serena Widmann erhält die Auszeichnung „Kultur für Respekt“

Mit dieser Anerkennung zeichnet die Mohr-Villa Freimann Menschen und Projekte aus, die sich für Teilhabe, Begegnung und ein Miteinander auf Augenhöhe einsetzen. Menschen und Projekte die Freimann zu einem besseren Ort machen.
Serena Widmann engagiert sich ehrenamtlich für Menschen mit Fluchterfahrung. Mit ihrer fröhlichen aber bestimmten Art fordert und fördert sie Inklusion - sowohl von den neu Ankommenden als auch von der Mehrheitsgesellschaft. Sie arbeitet dabei seit über 10 Jahren mit vielfältigen Partnerinnen und Institutionen zusammen: der Verein Flüchtlingshilfe München (fluechtlingshilfe-muenchen.de/) ist ihre Basis.

Am liebsten nimmt Serena Widmann die neu Angekommenen mit ins echte Münchner Leben. Auf den Olympiaturm, ins Museum oder ins Fußballstadion. Auch in Zeiten der Pandemie, dann geht es eben in die Mohr-Villa Kunstwerkstatt.

Serena Widmann lebt mit ihrem Ehrenamt die Werte der Auszeichnung. Mit ihren Ausflügen und ihrer konsequenten Ansprache, unterstützt sie Menschen die beim Ankommen in Deutschland sehr schnell durchs Raster fallen können. Gleichzeitig fordert sie durch ihre Aktionen auch von der Mehrheitsgesellschaft Inklusion. Für sie gibt es kein „geht nicht“. Teilhabe bedeutet nun mal auch Sichtbarkeit. Teilhabe bedeutet seinen Anteil beitragen. Teilhabe bedeutet „Teil sein“ der Gesellschaft.

Mohr-Villa 2020: Kultur für Respekt
2020

Kultur für Respekt 2020

Theater Grenzenlos bekommt Auszeichnung „Kultur für Respekt“

„Kultur für Respekt“ ist Appell und gleichzeitig Alltag. Die Mohr-Villa lebt „Kultur für Respekt“ in der täglichen Arbeit im Team, mit den Freiwilligen, Gästen und Nutzungsgruppen ganz konkret mit den vier Grundwerten: Stadtteil mitgestalten, Gemeinschaft und Vielfalt leben, umweltbewusst handeln.

Auszeichnung "Kultur für Respekt":
2020 vergibt die Mohr-Villa Freimann zum ersten Mal die Auszeichnung „Kultur für Respekt“. Geehrt und anerkannt werden Projekte und Initiativen, die sich für ein friedliches, respektvolles und weltoffenes Miteinander einsetzen.

Die erste Auszeichnung geht an den Verein Theater Grenzenlos für sein Engagement in der Vermittlung zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Alters. In sensibler Begegnungsarbeit bringt „Theater Grenzenlos“ Menschen mit und ohne Fluchterfahrung zusammen. Junge Geflüchtete spielen in der jüngsten Produktion zusammen mit Münchner Seniorinnen und Senioren. Informationen unter: www.theater-grenzenlos.org

Viktor Schenkel, der Initiator des Vereins Grenzenlos e.V. hat mit seinem Theater Grenzenlos ein beispielhaftes Integrationsprojekt aufgebaut. Er hat die schwierige Aufgabe bewältigt, aus traumatisierten Jugendlichen ohne ausreichende deutsche Sprachkenntnisse und deutschen Schüler!nnen eine feste Theatertruppe zu formen, die ihre Ideen und Gefühle in der gemeinsamen Theaterarbeit ausdrückt. Inzwischen hat die Gruppe bereits vier künstlerisch hervorragende Stücke gespielt. Der Verein Grenzenlos e.V. hat damit ausgezeichnete Arbeit im Kulturbereich im Münchner Norden geleistet und sich für ein friedliches, respektvolles und weltoffenes Miteinander eingesetzt.

Mohr-Villa 2018: 25 Jahre Mohr-Villa Jubiläumsfest
2018

25 Jahre Mohr-Villa Freimann

Nach zahlreichen Kunst-Projekten in der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber Bayernkaserne mit Bewohner!nnen und Ehrenamtlichen veranstaltete die Mohr-Villa mit vielen Partner!nnen ein großes Gemeinschaftsprojekt, das die Idee der Straßenkunst aufgriff und um zusätzliche urbane und mobile Kunstformen erweiterte: EIN PLATZ FÜR ALLE

Unser gemeinsames Ziel war es, auf dem Platz vor dem Camp im wahrsten Sinne einen PLATZ FÜR ALLE zu gestalten - ein generationen- und kulturenübergreifendes Straßenkunst-Ereignis, an dem alle Menschen partizipieren konnten: Bewohner!nnen und Anwohner!nnen, Kinder, Jugendliche, Erwachsene - Freimann, München und die Welt.

Mohr-Villa 2015: Ein Platz für Alle
2015

Ein Platz für Alle

Nach zahlreichen Kunst-Projekten in der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber Bayernkaserne mit Bewohner!nnen und Ehrenamtlichen veranstaltete die Mohr-Villa mit vielen Partner!nnen ein großes Gemeinschaftsprojekt, das die Idee der Straßenkunst aufgriff und um zusätzliche urbane und mobile Kunstformen erweiterte: EIN PLATZ FÜR ALLE

Unser gemeinsames Ziel war es, auf dem Platz vor dem Camp im wahrsten Sinne einen PLATZ FÜR ALLE zu gestalten - ein generationen- und kulturenübergreifendes Straßenkunst-Ereignis, an dem alle Menschen partizipieren konnten: Bewohner!nnen und Anwohner!nnen, Kinder, Jugendliche, Erwachsene - Freimann, München und die Welt.

Mohr-Villa 2010: Kulturzentrum Mohr-Villa Freimann
2010

Kulturzentrum Mohr-Villa Freimann

Die Mohr-Villa bietet allen ein Forum, die für ihre gestalterischen Ideen und Vorstellungen einen Platz für die Umsetzung suchen – auch über die Grenzen Freimanns hinaus.

Jeder kann mitwirken, Anregung und Unterstützung finden oder geben, neue Akzente setzen und Programmangebote starten. Jeder kann sich – als Profi ebenso wie also Laie – in alle Bereiche des kulturellen Lebens einbringen. Interessierte Besucher sind eingeladen, die einzigartige Atmosphäre des Hauses zu genießen und die Mohr-Villa zum Zentrum ihrer persönlichen Begegnungen und Aktivitäten zu machen. Das Haus steht allen Nutzern mit seiner personellen und technischen Ausstattung zur Verfügung, um die bestmögliche Realisierung ihrer Projekte zu gewährleisten. Auch wer einmal entspannt feiern möchte, findet in den vielseitigen Räumen die richtige Umgebung.
Die Mohr-Villa, ein Haus mit Geschichte, umgeben von dem wunderschönen Park und Garten, verführt zu gedanklichen Ausflügen in die Vergangenheit und inspiriert zu neuen Projekten für die Zukunft.

Mohr-Villa 2000: Aufbaujahre
2000

Aufbaujahre

Das heruntergekommene Haupthaus war zu der Zeit noch vermietet, daher konnten die ersten Aktivitäten nur in den Nebengebäuden, den ehemaligen Stallungen stattfinden.
Diese wurden durch Spenden und den persönlichen Arbeitseinsatz der Vereinsmitglieder nach und nach hergerichtet und für kulturelle Zwecke nutzbar gemacht. Bis 2001 wurden auch der Garten und das Hauptgebäude saniert, nachdem dort die letzten Mieter ausgezogen waren. Seitdem finden auch dort, in der „Villa“, vielfältige Veranstaltungen und Kurse statt.

Ein Jahrzehnt später 2009/2010 nahm die Stadt München auch die für die kulturelle Nutzung dringend erforderliche Sanierung der Nebengebäude in Angriff, um die erfolgreiche Kulturarbeit in Freimann auch für die Zukunft zu sichern.

Mohr-Villa 1993: Ein offener Treffpunkt für Freimann
1993

Ein offener Treffpunkt für Freimann

In den 1980er Jahren gab es Pläne, die inzwischen der Verwahrlosung ausgesetzten Gebäude abzureißen und das Gelände zu überbauen. Die damit verbundene Bedrohung des Parks mit seinem alten Baumbestand rief engagierte Bürger*innen auf den Plan: Aus der Aktionsgemeinschaft  „Rettet den Münchner Norden“, die sich bereits erfolgreich gegen die Umweltbelastung rund um den Müllberg in Großlappen zur Wehr gesetzt hatte, ging ein kleiner Arbeitskreis zur Rettung der Mohr-Villa hervor. 1992 wurde daraus der Mohr-Villa Verein, dem es durch unermüdliches Engagement gelang, die Aufmerksamkeit des Stadtteils und letztendlich des Oberbürgermeisters auf dieses letzte große unverbaute Freimanner Grundstück zu lenken.

1993 kaufte die Stadt München das Anwesen und übertrug dem Mohr-Villa Freimann e.V. die Trägerschaft.

Mohr-Villa 1925: Im Besitz der Bahn
1925

Im Besitz der Bahn

Mit der Ansiedlung des großen Rüstungsbetriebs der Bayerischen Geschützwerke Friedrich Krupp KG im Jahr 1916 entwickelte sich Freimann zu einem bedeutenden Industriestandort vor den Toren Münchens. Die Landwirtschaft hatte in Freimann keine Zukunft mehr, so dass die Witwe Luise Mohr, wie viele andere Grundbesitzer auch, einen Teil ihrer Felder und Wiesen an die Krupp KG verkaufte. Schließlich gab sie auch das Gutsanwesen auf und tauschte es gegen eine Villa in der Gartenstadt Alt-Freimann ein. Für die zunehmende protestantische Bevölkerung stellte sie einen Teil des Nebengebäudes als Betsaal zur Verfügung.

Als das gesamte Eigentum der Firma Krupp 1925 von der Reichsbahn für ein neues großes Ausbesserungswerk in Freimann übernommen wurde. kam damit auch die Mohr-Villa in den Besitz der Bahn. Das Haupthaus diente lange Zeit als repräsentative Wohnanlage für den Reichsbahnpräsidenten, während die Nebengebäude ganz unterschiedlich genutzt wurden: als Metzgerei, als nationalsozialistische Dienststelle und als Werkstätten der Hochbaubahnmeisterei. Auch nach dem 2. Weltkrieg blieb das Anwesen unverändert Eigentum der Bahn und wurde als Wohnhaus und Werkstatt genutzt.

Mohr-Villa 1872: Der Gutshof und die Familie Mohr
1872

Der Gutshof und die Familie Mohr

Nach der Reichsgründung erwarb der großherzoglich-sächsische Geheime Regierungsrat Franz Junge 1872 den Hof, den die Wirtswitwe nach einem verheerenden Brand und dem Tod des Hoferben aufgeben musste. Der Sohn Junges sollte nach dem Umbau des Wirtshauses dort in einem herrschaftlichen Wohnhaus residieren.

Die Gastwirtschaft wurde in den südlichen Teil des Anwesens verlagert. Zudem ordnete Junge die Anlage eines prächtigen Gartens nach dem Vorbild eines „Englischen Landschaftsgartens“ an, wie er zu jener Zeit  Mode war. Im westlichen Teil ließ er einen Musikpavillon bauen, der seit seinem Wiederaufbau ein besonderes Schmuckstück des heutigen Parks ist. Auch die wunderschönen Frühjahrsblüher kann man noch heute jedes Jahr als kleines Blütenmeer im Norden des Parks

Christian Walter Mohr übernahm 1885 das Anwesen und erweiterte die imposante Gartenanlage. Elegant gekleidet nahm die Familie nachmittags im schattigen Teehaus Erfrischungen zu sich oder wandelte auf verschlungenen Wegen  durch die blühende Gartenanlage. Man erfreute sich am Alpinum, das aus Steinen und Felsen gebaut die Gebirgszüge und die Flora der Alpen abbildete. Eine Mauer trennte die Außenwelt Freimanns von der weitläufigen Gartenanlage und der Familie auf ihrem herrschaftlichen Anwesen.

Mohr-Villa 1833: Treffpunkt beim Freimann Wirth
1833

Treffpunkt beim Freimann Wirth

Schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts befand sich an Stelle der heutigen Mohr-Villa ein Treffpunkt und Zentrum gesellschaftlichen Lebens: der „Freimanner Wirth“. Hier tauschten die Bewohner des Dorfes die neuesten Nachrichten aus, feierten Hochzeiten und schmiedeten Pläne. Felix Streicher wurde 1833 durch die Heirat der Wirtstochter Maria Scherer nach dem damals üblichen Familienrecht Eigentümer des Hofes. Durch den Zukauf benachbarter Bauernhöfe machte er das Anwesen zum zweitgrößten Gut in Freimann. Dies reichte auf der gegenüberliegenden Straßenseite, der heutigen Situlistraße, vermutlich bis zum Garchinger Mühlbach, auf dessen Schwemmland sich da Back- und Waschhaus sowie ein Wurzgarten der Familie befanden. Die Familie versorgte sich mit den Dienstboten und den dreizehn Kindern durch die landwirtschaftliche Produktion und ihr eigenes Brot überwiegend selbst. Die “Tafernwirtschaft“ in der “Freimann Nr.14“ lag an der wichtigen Verbindungsstraße München-Freising, so dass sie Reisenden und Fuhrleuten als Rastplatz diente. Während sich die Gäste erholten, wurden draußen die Pferde versorgt und ausgetauscht. In der Wirtsstube konnte man sich mit den Fremden unterhalten und so Neuigkeiten aus den umliegenden Orten erfahren.